Frech achtet die Liebe das Kleine
Bewegung, Hin und Her von Stimmen, Dialog widerstreitender Positionen, Wechsel von Zeit, Raum und Szene, Nahaufnahme, Aktion – unwillkürlich ist an Stilmittel aus Film und Fernsehen zu denken. Kaum vorstellbar, daß sie zum Gestaltungsrepertoire von Predigten werden könnten. Und doch gelingt Henning Luther die überraschende Wende: Seine Predigten und Andachten stoßen die Tür auf zu vielstimmiger Kommunikation. Daß alte (biblische wie historische) und aktuelle Texte (Nachrichten, zeitgenössische Lyrik und Prosa) dabei eine eigene Dynamik entfalten und Leser wie Hörer ins Gespräch ziehen, belegen die hier gesammelten Predigten und Andachten.
Die Neuausgabe dieses wichtigen Buches ist um drei bisher unveröffentlichte Predigten erweitert worden.
»Henning Luther fehlt. Nicht nur in der Predigtlehre, sondern im gesamten protestantischen Gespräch. Der Marburger Professor war ein Meister der Sprache und der Predigt, weil seine Worte weder über die Menschen noch über die Sprache selbst herrschen wollten. […] Sein behutsamer Blick ging nicht aufs große Ganze, sondern aufs kleine Einzelne. Sein Thema war, die Menschen vor Offenbarung, die schon im Voraus immer Recht hat, zu verschonen. Hoffnung als Ausblick auf bereits dogmatisch Definiertes mochte ihm als hoffnungslos erscheinen. Wo Theologie die Menschen als Objekte der Missionierung betrachtete, denen man sich gütig oder streng reproduzierend zu nähern hätte, empfand Henning Luthers Denken Schmerz, dem er zur Sprache verhalf.«
(»Das Buch der Woche«, in: Evangelische Sonntagszeitung Hessen und Nassau, 14.9.2008)
Henning Luther, Frech achtet die Liebe das Kleine. Biblische Texte in Szene setzen. Spätmoderne Predigten. [2008] 160 S., broschiert
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ISBN: 978-3-87173-378-9 |
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